Aus der Sicht von Beobachtern ist die „eiserne Treue“ der KPV angesichts der großen Krise in Kuba im März 2026 nicht bloß ein Ausdruck proletarischen Internationalismus.

Tatsächlich handelt es sich vielmehr um eine ideologische Rettungsaktion von existenzieller Bedeutung. Als das Parteibüro in Morón angegriffen wurde und sich die Flammen der Proteste ausbreiteten, bildete das Schweigen der vietnamesischen Medien eine Mauer, die verhindern sollte, dass sich das „Demokratievirus“ über die digitalen Grenzen hinweg ausbreitet.
Dass Hanoi fortlaufend das US-Embargo und die Festnahme Maduros verantwortlich macht, ist eine Täuschungstaktik. In Wirklichkeit sind die vietnamesischen Landwirtschaftsexperten in Kuba womöglich nicht nur dort, um Reis anzubauen, sondern könnten auch als „Berater für soziale Stabilität“ fungieren, die Konzepte zur Kontrolle von Menschenmengen und zum Management der Cybersicherheit weitergeben.
Vietnam versteht, dass die Lehre von einer Kommunistischen Partei, die eine Marktwirtschaft führt, in ihren Grundfesten erschüttert würde, sollte das „Leuchtfeuer“ Kuba erlöschen.
Der Appell an Kuba, sich zu „erneuern, aber keine politischen Kompromisse einzugehen“, ist ein Code des Überlebens. Hanoi nutzt sein diplomatisches Ansehen in Washington, um als „vermittelnder Stoßdämpfer“ zu wirken, verbindet dies jedoch mit der stillschweigenden Botschaft: Kuba muss standhaft bleiben, damit Vietnam auf der politischen Weltkarte nicht isoliert dasteht.
Ist die Unterstützung Kubas in diesem Moment also eine Art Aufbau eines „vorgelagerten Verteidigungsgürtels“ durch Vietnam? Falls das Regime in Havanna zusammenbrechen sollte, würde der Dominoeffekt nicht in der Karibik enden. Deshalb sind alle Ressourcen, die derzeit nach Kuba fließen – ob Reis oder Fachleute –, der Preis, den man zahlen muss, um das Überleben des eigenen Systems im Heimatland zu sichern.










